Pfahlgründung mit angespitzten Stahlbetonfertigpfählen auf dem ehemaligen Opel-Gelände in Bochum

Seit der Schließung der Opelwerke in Bochum vor 6 Jahren, hat sich auf dem Gelände einiges getan. Kontinuierlich wurden die alten Werkhallen größtenteils rückgebaut und das Gelände für neue Investoren aufbereitet.

Ein Investor ist zum Beispiel die Landmarken Bochum 1 Opelring GmbH, die auf dem Gelände, auf einer Fläche von ca. 100 x 70 m, drei Bürokomplexe mit sechs bis sieben Geschossen errichtet. Zwei der drei Bürokomplexe sind durch eine gemeinsame Tiefgarage verbunden. Ein Bauteil wird ohne Unterkellerung gebaut

Das zu bebauende Gelände wurde durch die Bochum Perspektive 2022 GmbH mit einer ca. 2,2 m starken Tragschicht mit unterliegender Abdichtung und Gasdrainage an den Bauherren übergeben.

Der vorhandene Aufbau konnte aufgrund der geplanten Dimensionen der Bürokörper für eine schadensfreie Gründung ohne zusätzliche Maßnahmen nicht verwendet werden. Unterhalb der bauseits aufgebrachten Tragschicht stehen in Tiefen bis zu 16 m noch sehr heterogen gelagerte Auffüllungen an. Die Planung sah daher zunächst einen umfangreichen Bodenaustausch innerhalb der Auffüllungen vor, um die Setzungen zu minimieren. Dieser Bodenaustausch sollte zunächst 5 m betragen. Doch bei den weiteren Untersuchungen und Berechnungen stellte sich heraus, dass ein Bodenaustausch von stellenwese sogar bis zu 7 m erforderlich wäre.

Während der Angebotsbearbeitung für die Umsetzung der Baumaßnahme durch die Implenia Hochbau GmbH, wurden die Aarsleff Grundbau GmbH zur Unterstützung und Beratung der problematischen Gründung, hinzugezogen.

Statt der ursprünglich geplanten Flachgründung mit einem Bodenaustausch von bis zu 7 m, schlug die Aarsleff Grundbau GmbH eine Pfahlgründung mit Stahlbetonfertigpfählen Centrum Standard vor. Das Konzept sah vor, dass die Pfähle durch die bis zu 16 m mächtigen Auffüllungen hindurchgerammt werden und auf bzw. im unterlagernden verwitterten Tonstein abgestellt werden.

Als besondere Schwierigkeit stellte sich die in ca. 2,2 m Tiefe vorhandene Abdichtung dar, da diese beim Einbau der Pfähle durchdrungen wird. Die Abdichtung besteht aus einer sich zum Teil „selbstheilenden“ Bentonitfolie. Diese darf nur auf ein Minimum beschädigt werden, um den „Selbstheilprozess“ nicht zu gefährden.

Gemeinsam mit Implenia Hochbau GmbH stellte man dem Umweltamt eine Lösung mit schlanken, angespitzten Pfählen vor, die ein unkontrolliertes Aufreißen der Folie verhindern soll. Zusätzlich empfahl man, die an den Pfählen vorhandenen Hebeösen für das Handling der Pfähle, während der Rammung abzutrennen.

Das vorgeschlagene Konzept wurde letztendlich von den Behörden genehmigt und die Gründung der drei Bürogebäude auf ein wesentlich wirtschaftlichere Pfahlgründung mit angespitzten Stahlbetonfertigpfählen Centrum Standard, 35 x 35 cm und 40 x 40 cm, umgestellt.

Inzwischen wurde mit den Rammarbeiten vor Ort begonnen. Insgesamt werden rund 380 Pfähle in Längen zwischen 15 m und 22 m für die sichere Gründung der Bürogebäude eingebaut.

Pfahlgründung mit gespitzten Stahlbetonfertigpfählen
Pfahlgründung mit Stahlbetonfertigpfählen in Bochum